Yes, we Pad!
// April 28th, 2010 // iPad
Gut kann ich mich noch an den Abend des 27. November 2009 erinnern. Im Firefox waren gefühlte 200 Tabs geöffnet. Webpages von Engadget über Macrumors bis Gizmodo, mindestens 5 Livestreams sowie Videostreams und Twitter wurden im 10 Sekunden-Takt durchgeswitcht. Man wollte ja der Erste sein, der live dabei ist, wenn im Yerba Buena Center in San Francisco die Hüllen fallen.
An den Anfang der Keynote kann ich mich noch besonders gut erinnern, bzw. an eine der von Steve Jobs gezeigten Folien:
Links das iPhone, in der Mitte eine Lücke und rechts ein MacBook. Was für ein Gerät in der Mitte erscheinen würde, war wohl zu diesem Zeitpunkt schon jedem klar. “Ein magisches [...] Gerät zu einem unglaublichen Preis“.
Das von Steve Jobs als perfekter Hybrid zwischen Smartphone und Notebook betitelte “iPad” füllte auf der Präsentationsfolie nun die Lücke.
Keine Frage, das iPad ist wieder einmal ein von Apple wunderbar designtes Gerät, allerdings wird es den Anforderungen des Smartphone/Netbook-Hybriden nicht gerecht, der Tablet-PC ist eher das zu groß geratene iPhone 3GS.
Viele der Standard-Apps, die bereits vorinstalliert sind, wurden natürlich an das größere Display angepasst. Um Kompatibilität zu “alten” iPhone-Apps zu schaffen, beherrscht das Gerät Pixel Doubling, um diese entsprechend groß anzuzeigen.
Aber wo bleiben die revolutionären Features, die man sich erhofft hätte? Warum ist das Betriebssystem mehr iPhone als Mac? Mit diesem großen Bildschirm hätte Apple die Möglichkeit gehabt, einen neuen, innovativen Homescreen zu entwickeln.
Stattdessen tummeln sich 28 App-Icons pro Seite im weiten Nichts des aufgeblasenen iPhone-Homescreens. Keine Widgets, kein Dock, nichts.
Na und? Dann hält der Akku eben nur 6 statt der versprochenen 10 Stunden, weil ich meinen Homescreen mit Minianwendungen vollgeklatscht habe. Im Informationszeitalter, in dem man an jeder Ecke eine Steckdose findet, stört das doch nicht wirklich, oder?
Ein Schwenk von San Francisco nach Berlin. Das dort ansässige Unternehmen “neofonie” weiß anscheinend, wie man es besser macht. Das lange als Vaporware verschriene “WePad” kommt also doch.
Größeres Display, höhere Auflösung, stärkerer Prozessor, mehr RAM, Webcam, USB-Ports, normale SIM-Karte, SD-Card Slot, Java, Flash, AIR, Android Apps etc.
Und vor allem: ein offenes, linuxbasiertes System.
Das Verkaufsmodell “AppStore” ist zwar gut durchdacht, für Apple eine echte Goldgrube und für iPhone-User ein Luxus der Softwarebeschaffung von dem die meisten Smartphonenutzer nur träumen können, für einen Tablet-PC, der zur Hälte Net- bzw. Notebook sein soll, meiner Meinung nach aber ungeeignet.
Ich will keinen Computer, auf dem ich nur Sofware installieren darf, die Herrn Jobs in den Kram passt. Ich möchte das Internet gerne so erleben, wie es für diese Bildschirmgröße angemessen ist, nämlich mit allen verfügbaren Technologien.
Ich bin begeisterter iPhone-Besitzer, das iPad hat mich aber leider nicht überzeugt.
Wenn ein Pad, dann das WePad.
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